Münchner Projekt für Kamerun im Bundeskanzleramt ausgezeichnet

Schirmherrin Angela Merkel ehrte die sieben Bundessieger des Wettbewerbs start social

Die oberbayerische Initiative GREEN STEP e.V. ist mit ihrem Windradprojekt für Kamerun als einer der sieben Bundessieger beim Wettbewerb start social 2008, der unter der Schirmherrschaft von Angela Merkel steht, ausgezeichnet worden. Bernadette Felsch (München) und Reinhold Hertlein (Unterfranken) haben den Preis für die beiden Münchner Initiatoren des Projekt Cornelia Ehlers und Johannes Hertlein gestern im Bundeskanzleramt entgegengenommen. Vom Sieg erfuhren die beiden Vereinsgründer per SMS, denn sie sind bereits in Kamerun und bilden Handwerker im Windradbau aus.

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel hat in Berlin als Schirmherrin die sieben Preisträger des Wettbewerbs startsocial für herausragende soziale Initiativen ausgezeichnet. Mit 5.000 Euro ist der Preis dotiert, den die Projektinitiatoren aus München Cornelia Ehlers und Johannes Hertlein für ihr Pilotprojekt „Pilotprojekt M’muock: Windkraft Kleinunternehmer für Kamerun“ gestern im Bundeskanzleramt zusammen mit weiteren sechs Projekt verliehen bekommen haben. Allerdings erfuhren die beiden nur per SMS von diesem für alle Vereinsmitglieder sehr überraschenden Erfolg. Der Preis wurde von den Mitgliedern und tatkräftigen Unterstützern Bernadette Felsch, München und Reinhold Hertlein, Unterfranken gestern im Bundeskanzleramt entgegen genommen.
Die beiden jungen Entwicklungshelfer sind bereits seit August in Kamerun und setzen gemeinsam mit ihren Projektpartnern vor Ort das Projekt um. Im Oktober 2007 hatten die beiden nach Arbeitsaufenthalten in Indien und Kamerun den Entwicklungshilfe-Verein GREEN STEP e.V. gegründet. Im Januar haben sie für ihr Projekt ein Beratungsstipendium bei start social gewonnen. Über vier Monate haben sie gemeinsam mit Ihren professionellen Beratern ihr Projektkonzept überarbeitet und sind nun in der zweiten Juryphase für die Bundesauswahl nominiert worden. Und gestern sind sie als einer der Bundessieger ausgezeichnet worden.
Die Idee des Projekts ist einfach: Einige Handwerker im Dorf M’muock werden über einige Monate darin ausgebildet kleine Wind- und Wasserkraftanlagen aus leicht zu beschaffenden Materialien, zu denen auch Schrott-Teile gehören können, eigenhändig herzustellen. Mit den kleinen Anlagen kann man zum Beispiel ein Radio und einige Glühbirnen betreiben. Die Initiatoren gehen aber noch einen Schritt weiter. Die Windräder sollen nicht nur aus einfachsten Materialien gefertigt werden, sondern auch von ortsansässigen Handwerkern. In entsprechenden Schulungen werden sie gleichzeitig unterwiesen, wie sie mit dieser einfachen Technologie ein kleines Unternehmen für den Lebensunterhalt ihrer Familie aufbauen können. „Wir haben einen Luftsprung in unserem kleinen Büro hier in Buea gemacht und gemeinsam mit unseren Projektpartnern ein wenig gefeiert. Mit solch einer Auszeichnung hatten wir gar nicht gerechnet! Und die kleine Finanzspritze für das Projekt kommt gerade recht, wir kommen nämlich gerade von unserer Reise aus dem Dorf zurück, die leider teurer als geplant war, wegen der fürchterlichen Straßenverhältnisse. Wir mussten oft auf Motorräder zurück greifen, die ihre Preise wegen der Regenzeit und der gestiegenen Benzinpreise nach oben getrieben haben,“ sagte die Vereinsvorsitzende Cornelia Ehlers per Telefon aus Kamerun.
Johannes Hertlein, der Projektleiter vor Ort fühlt sich sehr geehrt von der Bundeskanzlerin ausgezeichnet worden zu sein. Sein Vater war ganz gerührt als er für Johannes den Scheck entgegen nehmen durfte. „Diese Auszeichnung zeigt uns, dass sich die letzten Monate harte Arbeit und Durchhaltevermögen doch gelohnt haben. Profitieren werden nun hoffentlich die Bewohner von M’muock, die bald Strom aus erneuerbaren Energien beziehen können,“ so Hertlein.

Münchner Projekt für Kamerun im Bundeskanzleramt ausgezeichnet

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